Kaffeeanbau: Wissenswertes über Kaffeearten, Anbaugebiete und Ernte

Die Qualität von Kaffee ist genau wie beim Wein von der Zusammensetzung des Bodens, der Sonnenmenge und der Niederschlagsmenge im Anbaugebiet abhängig. Diese Faktoren wirken sich während der Reifezeit stark auf den Geschmack der Kaffeebohnen aus.

Die besten Anbaugebiete für hochwertige Kaffeesorten

Made in EthopiaDie Länder rund um den Äquator bieten die besten Bedingungen für den Kaffeeanbau. Kaffeepflanzen sind nämlich recht anspruchsvoll, wenn um die klimatischen Bedingungen geht. Das ganze Jahr über benötigen die sensiblen Kaffeepflanzen bei Tag und Nacht ausgeglichene Temperaturen, viel Schatten und ausreichend Niederschlag. Extreme Hitze und Kälte mögen die Kaffeepflanzen gar nicht. Die Bodenqualität ist ebenfalls ausschlaggebend. Kaffeepflanzen lieben nährstoffreiche Böden Die Bodenqualität ist ebenfalls ausschlaggebend. Kaffeepflanzen lieben nährstoffreiche, leicht saure Böden mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6. Äthiopien mit seinem vulkanischen Boden stellt eines der besten Anbaugebiete für hochwertige Kaffeesorten dar.

Kaffeepflanzen und ihre Eigenarten

In wilder Form kommen Kaffeesträucher nur noch in Äthiopien vor. Die Kaffeepflanzen werden bis zu 3,50 Meter groß und tragen Früchte, die als Kaffeekirschen bezeichnet werden. Die Samen dieser Kaffeekirschen wiederum nennt man Kaffeebohnen. Jede Kaffeekirsche hat einen Kern, der aus zwei Kaffeebohnen gebildet wird. Auf den späteren Geschmack der Kaffeebohnen wirkt sich neben den Anbaubedingungen auch das Erbgut der Kaffeepflanze aus.

Artenvielfalt in der Welt der Kaffeepflanzen

Kaffebohnen WeltkarteUnterschieden werden rund 60 verschiedene Kaffeesorten. Allerdings werden für den Weltmarkt hauptsächlich nur Arabica- und Canephorabohnen inklusive der Untergattung Robusta angebaut. Rund 70% aller Kaffeekulturen bestehen aus Arabica-Pflanzen, die zahlreiche Variationen wie Magaogype (Elefantenbohnen) oder Bourbon hervorbringen. Kaffeepflanzen der Sorte Arabica sind Hochlandgewächse, die erst ab Lagen von mehr als 900 Meter Höhe prächtig gedeihen. Zudem sollte eine Durchschnittstemperatur von 18 bis 22 Grad Celsius vorherrschen. Je höher der Kaffeestrauch angesiedelt ist und je niedriger die Durchschnittstemperatur, desto langsamer reift die Kaffeekirsche heran. Hat die Kaffeekirsche mehr Zeit zur Reife, so fällt das Aroma des Kaffees entsprechend intensiver und vielfältiger aus. Robusta-Kaffeepflanzen hingegen können auch im Flachland angebaut werden, da sie größere Temperaturschwankung gut wegstecken können. Robusta-Kirschen benötigen während der Reifezeit eine Durchschnittstemperatur von 24 bis 26 Grad Celsius. Brasilien und Vietnam sind hier die bevorzugten Anbaugebiete.

Ernte – nächster Schritt auf dem Weg in die Kaffeetasse

Auf den Geschmack der Kaffeebohnen wirkt sich auch die Art der Ernte aus. Je sorgfältiger der Erntevorgang durchgeführt wird, desto besser die Qualität der geernteten Kaffeekirschen. Rund 10 Monate Reifezeit sind notwendig, bis es zur Ernte kommen kann. Denn nur eine wirklich reife, rote Kaffeekirsche bildet die Grundlage für einen Spitzenkaffee. Wird eine grüne Kaffeekirsche geerntet, so enthält diese unreife Frucht wenig Kaffeearomen und viele unausgereifte Säuren. Überreife, schwarze Kaffeekirschen hingegen bringen einen fauligen, fermentierten Geschmack mit. Entsprechend ist es wichtig den geeigneten Zeitpunkt für die Ernte genau abzupassen und qualitätsmindernde Kaffeekirschen auszusortieren.

Handverlesene Kaffeekirschen – ein Garant für echten Spitzenkaffee

Kaffeebauern, die etwas auf sich halten, pflücken die Kaffeekirschen von Hand. Diese als Picking bezeichnete Art der Ernte garantiert, dass minderwertige Kaffeekirschen nicht geerntet werden. Das geschulte Auge der Kaffeebauern erkennt sofort den perfekten Reifegrad. Eine Kaffeeernte kann sich über drei Monate hinziehen, wobei täglich die perfekt gereiften Kaffeekirschen abgeerntet werden. Diese Methode ist sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig, doch notwendig, um eine Spitzenqualität garantieren zu können.


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