Kann man Kaffee selber rösten?

Kaffee rösten ist eine Kunst. Rund 800 Aromastoffe sollen den Kaffeebohnen mittels trockener Hitze entlockt werden. Zwar ist der Beruf des Kaffeerösters in Deutschland kein Lehrberuf, ein gewisses Fingerspitzengefühl muss aber trotzdem erst erlernt werden. Wer die Feinheiten des Kaffeeröstens kennen lernen möchte, der hat verschiedene Möglichkeiten eine kleine Rösterei für den Hausgebrauch aufzumachen.

Bratpfanne als Kaffeerösterei – funktioniert das?

Bratpfanne auf altem Holztisch

Vorsicht beim Rösten in der Bratpfanne: Achten Sie auf konstante Temperatur und gute Belüftung.

Es ist kaum zu glauben, aber Kaffee kann tatsächlich in der Bratpfanne geröstet werden. Allerdings sind einige Vorsichtsmaßnahmen und viel Konzentration erforderlich, denn ganz ungefährlich ist diese Art der Kaffeeröstung nicht. Grundsätzlich sollte der Hobby-Kaffeeröster immer eine Schutzbrille tragen, da sich beim Rösten Gase entfalten, die die Kaffeebohnen zum Platzen bringen können. Zudem sollte eine gute Belüftung vorhanden sein, damit der Geruch der Röst-Aromen sich nicht in der Wohnung festsetzt. Sind alle Vorkehrungen getroffen, kann die Bratpfanne mit den Kaffeebohnen auf 200 Grad Celsius erhitzt werden. Diese Temperatur sollte mit einem Infrarot-Thermometer durchgehend kontrolliert werden. Zudem ist es notwendig, die Kaffeebohnen ständig umzurühren. Es ist ratsam, immer nur eine kleine Menge Kaffeebohnen portionsweise zu rösten.

Kaffee rösten im Backofen – so wird’s gemacht

Küche mit Backofen

Nutzen Sie am besten einen Backofen mit Umluft-Funktion zum Rösten von Kaffeebohnen.

Die Röstung im Backofen führt zu einem besseren Ergebnis der Röstung. Für die Röstung im Backofen empfiehlt es sich, die Kaffeebohnen zu waschen. Die Kaffeebohnen besitzen nämlich Häutchen, die entfernt werden sollten, da sie sonst im Backofen herumfliegen und diesen verunreinigen würden. Geröstet wird im 200 Grad Celsius heißen Backofen. Der Röstvorgang dauert zirka 10 bis 20 Minuten. Die Kaffeequalität ist insbesondere im Umluftbetrieb aus dem Backofen deutlich besser als aus einer Bratpfanne. Zum schnelleren Abkühlen kommen die gerösteten Kaffeebohnen in ein Sieb. Allerdings sollte der Hobby-Röster auch bei dieser Methode nicht darauf hoffen, dass der Kaffee genauso aromatisch schmeckt wie eine professionelle Röstung.

Kaffeeröstung mit der Heißluftpistole – eine sehr spezielle Methode

Man glaubt es kaum, aber auch mit einer Heißluftpistole lässt sich das Kaffeerösten bewerkstelligen. Allerdings sind bei dieser Röstweise eine Schutzbrille und eine feuerfeste Schüssel zwingend vorgeschrieben. Die Silberhäutchen der Rohkaffeebohnen fliegen nämlich durch die Luft. Beim Rösten mit der Heißluftpistole stellt das Halten des richtigen Abstands eine Herausforderung für den Hobby-Röster dar. Welchen Abstand es braucht, kann allerdings nur durch Ausprobieren herausgefunden werden. Ein zu geringer Abstand sorgt für eine zu starke Hitzeentwicklung und damit für die Zerstörung der wichtigen Aromastoffe. Ist der Abstand hingegen zu groß, so erfolgt keine wirkliche Röstung. Beim Rösten mit der Heizpistole lernt der Hobby-Röster das typische Crackgeräusch der Kaffeebohnen naturnah kennen. Der Röstvorgang dauert zirka 12 bis 15 Minuten. Nach zirka 5 Minuten crackt es dann erstmals. Für Kaffeebohnen, aus denen Filterkaffee hergestellt wird, sollte vor dem zweiten Crackgeräusch die Röstung beendet werden. Für einen Espresso hingegen muss auf das zweite Cracken gewartet werden.

Heimröster – eine Anschaffung, die sich lohnt?

Für Hobby-Röster, die sich intensiv mit dem Kaffeerösten und -genuss beschäftigen, lohnt sich die Anschaffung eines Heimrösters sicherlich. Solche Heimröster gibt es in den verschiedensten Ausführungen und Preisklassen. Ob manuelle, kleine Tischröster oder semiprofessionelle Modelle – wer zu Hause seinen Kaffee komplett selbst herstellen möchte, findet dafür auch die passenden Heimröster.


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